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Blick übers "Molmsche" ins Sauerland (Richtung Süden)

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Ortslage

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Aus der Geschichte Weiberg

Das Gründungsjahr von Ortschaften läßt sich vielfach anhand alter Urkunden oder anderer historischer Unterlagen nachweisen. Die ältesten Angabe über Weiberg finden sich im Westfälischen Urkundenbuch. Weiberg soll nach einer Anmerkung des  Urkundenbuches um 1500 nach der Zerstörung Heperns entstanden sein. Dem widerspricht aber die Zeitschrift für vaterländische Geschichte, in der Ringelstein, Volbrexen, Barkhausen und Harth als zur Herrschaft Büren gehörend genannt werden, und zwar in dem Zeitabschnitt von 1136-1350. Hepern findet keine ausdrückliche Erwähnung. Hier kann gedeutet werden: Entweder existierte Hepern bereits von 1136-1350 nicht mehr oder dieser Ort mag vom Verfasser trotz seiner Existenz unbewußt in der Aufzählung von Ortschaften nicht genannt worden sein.

Nach allgemeiner Annahme war der Vorgänger-Ort von Weiberg "Swinefelde", das am Hang nordwestlich von Weiberg im oberen Mummental (frühere Bezeichnung "Am Hickelberge" in der Swimelergrund) lag. Heute führt in diesem Bereich noch ein Feldweg den Hang hinauf nach Barkhausen. Nach dem Westfälischen Urkundenbuch gab es ein "Lütgen"-Swinefelde (Klein-Swinefelde) und ein "Groten"- oder "Osteren"-Swinefelde. Lütgen-Swinefelde soll in dem Tal gelegen haben, das sich von Siddinghausen nach Barkhausen hinaufzieht. Lütgen-Swinefelde lag demnach in der Nähe oder an der Stelle des jetzigen Gutes Edelborn. Das Westfälische Urkundenbuch bestätigt für Groten-Swinefelde die Lage nordwestlich von Weiberg. Über Swinefelde finden sich folgende geschichtliche Hinweise:

Nach 1062 gehörte Swinefelde im Almegau den Grafen von Arnsberg.  Am 26. August 1259 belehnte Graf Konrad von Arnsberg einen Bürger in Lippstadt mit Gütern in Swinefelde. Abt Hermann von Helmarshausen schenkte dem Kloster Holthausen am 2. August 1268 ein Gut in Swinefelde.  Demselben Kloster schenkte 1276 Berthold von Büren mehrere Güter in Swinefelde.  Am 22. Juni 1289 verkaufte Graf Ludwig von Arnsberg die ihm von einem Soester Bürger übergebenen Güter in     Osteren-Swinefelde an das Kloster Holthausen. Der Ritter Dietrich von Bisbeke verkaufte am 10. Mai 1290 den Klosterfrauen Alburgis, Drude und Kunigunde seine Güter in  Swinefelde. Es heißt ausdrücklich: ".. in suinevelde jurta Heperne" (d.h. in Swinefelde bei Hepern)  Die konkrete Erwähnung Heperns um 1290 bedeutet, daß dieser Ort (entgegen der "Zeitschrift für Vaterländische Geschichte") in dem Zeitraum nach 1136 noch existiert hat. Groß- oder Osteren-Swinefelde ist nach der in Weiberg bestehenden Überlieferung (so auch die Schulchronik) im Laufe des 30jährigen Krieges zerstört worden. Darauf hätten sich die Einwohner auf dem östlich gegenüberliegenden Berg wieder angesiedelt. Vorher sei dieser Berg ein Gemeinde-Weideplatz, ein "Weideberg" gewesen. Von diesem Weideberg ist der Name "Weiberg" hergeleitet worden. Die Ableitung dieses Namens mag richtig sein, keineswegs aber stimmt die Zeitangabe des 30jährigen Krieges; denn in den Gerichtsakten über die Hexenprozesse von Ringelstein, am Anfang des 30jährigen Krieges, kommt nicht mehr der Name Swinefelde vor. Es ist stets die Rede von Weiberg als einem längst vorhandenen Ort. Einerseits mußte Weiberg damals schon existieren, da am 19. März 1631 ein Jaköbchen Fuhrmann in Weiberg dem Gericht 38 Personen wegen Zauberei denunzierte, die allesamt aus Weiberg waren. Es wird bereits im Jahre 1587 unter dem 4. September ein beim Ringelsteiner Gericht tätiger Schöffe "Jost im Knicke" aus Weiberg genannt. Andererseits kann das "Weiberger Swinefelde" um jene Zeit als Ort nicht mehr existiert haben, den während genannter Jaköbchen Fuhrmann aus allen benachbarten Ortschaften (Harth, Hegensdorf, Barkhausen, Siddinghausen, Weine, Steinhausen, Büren) insgesamt 138 Personen denunziert, wird Swinefelde gar nicht mehr erwähnt. Das wäre sicherlich geschehen, wenn dieser Ort noch vorhanden gewesen wäre; denn der Denunziant Jaköbchen - er war Betteljunge - gab nur solche Personen an, die er persönlich kennengelernt hatte. Er hätte als Betteljunge auch Bewohner von Swinefelde gut gekannt und auch Personen aus diesem Ort denunziert, wenn jener noch existent gewesen wäre. Daß in den Ringelsteiner Gerichtsakten noch im Jahre 1591 vom "Swinefelder Zehnten" die Rede ist, dürfte kein Gegenbeweis sein. Die Bezeichnung "Swinefelder-Zehnten" stand seit langer Zeit als feststehender Ausdruck in den Akten und wurde auch noch beibehalten, als die früheren Swinefelder Einwohner sich längst in Weiberg angesiedelt hatten. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß das Weiberger Swinefelde etwa um dieselbe Zeit untergegangen ist wie Hepern, wohin es damals pfarrgemeindlich gehörte. Hier kann von der Zeit um 1500 ausgegangen werden. Dementsprechend ist es eine logische Annahme, daß sich die Bewohner der wüstgefallenen Ortschaft Hepern nicht nur ausschließlich in einem Nachbarort, sondern sowohl in Harth als auch in dem damals neu gegründeten Ort Weiberg angesiedelt haben.

Von der Zeit des 30jährigen Krieges bis 1712 fehlen nähere geschichtliche Angabe.
Im Jahre 1712 erhielten die "Eingesessenen" der Ortschaft Weiberg die Erlaubnis, eine Kapelle zu errichten, damit dort "christliche Lehre und zuweilen auch heilige Messe gehalten werden könne." Beides geschah durch die Jesuiten in Büren. Diese hatten offensichtlich auch den Bau angeregt und die Erlaubnis zum Bauen besorgt. Im Jahre 1754, also 3 Jahre nach Fertigstellung der jetzigen Pfarrkirche, wurde die Kapelle abgebrochen. sie war bei einer Feuersbrunst im gleichen Jahre stark beschädigt worden.  An der Stelle der damaligen Dorfkapelle errichteten die Jesuiten eine der Heiligen Agatha geweihte Bildsäule mit den Bildnissen der Hl. Agatha und des Hl. Josef. Der Grundstein der Pfarrkirche wurde 1747 gelegt. Die Konsekration der vollendeten Kirche erfolgte am 26. September 1751. Der erste Pfarrer von Weiberg , Franz Godfried Caesmann, übernahm die Pfarrei am 1. November 1752. Zur Zeit der Gründung der Pfarrei war Weiberg dem Haus Büren - später den Jesuiten - pacht-, zehtnt- und dienstpflichtig. Es wurden damals in Weiberg gezählt: 6 Vollmeyer, 10 Halbmeyer, 27 Kötter, 5 Halbkötter und 1 Viertelkötter. Die Gemeinde besaß weitgehende "Holzgerechtsame", welche 1877 abgelöst wurden. Seit dieser Zeit wurde den Weibergern kein Deputatholz mehr gewährt. Einige Jahre nach dem Bau der Pfarrkirche kam zur Zeit des 7jähgrigen Krieges "Unglück über Unglück über die junge Pfarre. Ganze Heere von Hessen, Hannoveranern, Engländern, Schotten und Franzosen zogen häufig durch oder nahmen Quartier, verwüsteten und zerstörten alles, was sie fanden. im Juni des Jahres 1761 brach zudem noch eine ansteckende Krankheit aus, der 1/6 der Weiberger Bevölkerung zum Opfer fiel. Gerichtlich gehörte Weiberg und die Nachbarorte Harth und Barkhausen damals zum Gogericht der Herrschaft Büren. Eine Erinnerung aus alter Zeit ruft die frühere Flurbezeichnung "Unter der Königsstraße" wach. Vor der Separation (Flurbereinigung) lief, von Barkhausen kommend, ein uralter Weg nördlich der "Langen Wenne" vorbei, schnitt den Sprengelschen Weg, der von der Hegensdorfer Straße nach dem Sprengel führt und mündet in die Hegensdorfer Straße ein, um in östlicher Richtung weiterzulaufen. In Urkarten des Katasteramtes des Kreises Paderborn ist die frühere "Königsstraße" noch enthalten. Nach der bestehenden Überlieferung ist dieser Weg zur Zeit Karls des Großen, während der Sachsenkriege, entstanden. Das erscheint durchaus möglich. Karl der Große kam mit seinem Heer aus dem Westen den Hellweg herauf, etwa aus der Gegend von Geseke und nahm dann die Richtung auf das jetzige Marsberg, wo er sie alte sächsische Festung "Eresburg" erobern wollte.

                               Die Entwicklung von Weiberg

Abschließend soll noch der Frage nachgegangen werden, wie sich die Bebauung des damaligen Weideberges vollzogen hat. Weiberg ist eine spätmittelalterliche Neusiedlung in der seinerzeit typischen Spornlage am oberen Rand der Täler. Dementsprechend wurden die ersten Häuser am Rande der "Plattform" des Bergsporns errichtet. Hinter den Häusern begannen bereits die Hanglagen in das obere Mummental und das südlich gelegene Seitental. Eines der ältesten Häuser ist offensichtlich das des damaligen Landwirts Ferdinant Schumacher-Dickehut, welches im Jahre 1754 bei derselben Feuersbrunst vernichtet worden war, die die frühere Dorfkapelle an der jetzigen Stelle der Agathasäule stark in Mittleidenschaft gezogen hatte. Noch verwertbares Material der nach der Beschädigung abgebrochenen Kapelle fand beim Wiederaufbau des Hauses Schumacher-Dickehut im Jahre 1754 Verwertung. Ein Holzbalken - wahrscheinlich der frühere Querbalken über der Kapellentür - ist im erwähnten Hause heute noch vorzufinden. Er trägt die Inschrift (soweit lesbar):    

ANNO IMS 1712. DEN 21. JUNY IST DIESE CAPE      ... GOTT UNDT DEM HEIL. JOSEPH ...      WEIBERG: PATRON ZU EHREN. AV ...

Das Haus Schumacher-Dickehut ist unter Wahrung alter Bausubstanz renoviert worden. Mit dieser Renovierungsmaßnahme wurde ein vorbildlicher Beitrag im Rahmen der Dorferneuerung geleistet. Mittelpunkt des Ortes war in der Zeit von 1712-1754 die Dorfkapelle, die dem Hl. Josef geweiht war und an deren Stelle jetzt die Agathasäule steht Die älteste vorhandene Katasterkarte (Urkarte), in der die gesamte Ortslage mit allen bebauten und unbebauten Grundstücken dargestellt ist, stammt aus dem Jahre 1829. Sie wurde unter der Leitung des Geometers Wattendorff erstellt. Nach dieser Karte befand sich die Pfarrkirche noch am östlichen Dorfrand. Der gesamte Bereich nördlich, östlich und südlich der Kirche war vollständig unbebaut. Eine Feuersbrunst am 21./22. März 1848 zerstörte rund 30 Gebäude. Die Häuser wurden weitgehend an alter Stelle wieder aufgebaut. Am 22. April 1882 brach wiederum eine große Feuersbrunst aus. Die Ortschronik berichtet: "Es war eine große Dürre. Der Wind blies gewaltig, und im Nu stand das halbe Dorf in Flammen." Die zerstörten Häuser wurden wiederum weitgehend an "Ort und Stelle" aufgebaut. Allmählich - beginnend in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts - wurde der alte Ortskern baulich erweitert. Das erste Aussiedlergehöft in der Gemarkung Weiberg mag damals das Haus Schreckenberg (gen. Henken) am Boomweg gewesen sein. Nach und nach wurden zunächst die Nordstraße, der Hohlensiepen und der Birkenweg baulich erweitert. Ein großer Bauboom begann in den 60er Jahren. Es entstand die Boomsiedlung. In den Jahren nach der kommunalen Neugliederung, die am 1.1.1975 rechtswirksam wurde, herrschte vorübergehend in der Weiberger Bevölkerung eine große Unruhe. Baugenehmigungen wurden nicht mehr erteilt, weil eine ordnugsgemäße Abwasserbeseitigung wegen der fehlenden Kanalisation nicht gewährleistet werden konnte. Im zusammenwirken aller Verantwortlichen konnte jedoch relativ schnell erreicht werden, daß Weiberg kanalisiert wurde. 1978 wurden die ersten Genehmigungen für Neubaumaßnahmen wieder erteilt. In der Folgezeit wurden die Baulücken geschlossen, die Gutenbergstraße und der Hohlensiepen baulich vervollständigt, Baumaßnahmen an der neuen Straße Schäferberg durchgeführt, und das Kirchenland "Auf dem Seskert" (Postweg) bebaut. Um vorrangig für Bauinteressenten aus unserem Heimatort Grundstücke zur Verfügung stellen zu können und insofern eine Fortentwicklung sicherzustellen, wurde die Fläche im Anschluß an die Boomsiedlung südlich der nach Hegensdorf führenden Kreisstraße bis zur Schützenhalle von der Stadt Büren angekauft. Die Hälfte dieser Fläche ist als Bauland freigegeben. Die neue Siedlung ist dem Maibaumweg zugeordnet. Diese historische Straßenbezeichnung könnte auch Pate stehen für den Namen der neuen Siedlung ("Maibaumsiedlung"). Alle Angaben entnommen aus den "Weiberger Heimatschriften Heft 2: Entstehung und Entwicklung des heutigen Ortsbildes"

Weitere Information zu den Heimatschriften finden Sie im Impressum
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Damals und Heute
Die "Alte Dorfstraße" bei Pflasterarbeiten 1951 und 50 Jahre Später an der gleichen Stelle.

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Luftaufnahmen 

 

Panorama